ZZ-Top-Schlagzeuger Frank Beard ist tot
Frank Beard ist tot. Der Schlagzeuger der US-Rockband ZZ Top starb im Alter von 77 Jahren. Beard war seit den frühen Jahren Teil der Band und blieb über Jahrzehnte an ihrer Seite. Gemeinsam mit Billy Gibbons und Dusty Hill prägte er einen Sound, der Blues, Rock und Südstaaten-Ästhetik miteinander verband.
Der Mann hinter dem Schlagzeug
Frank Beard war in einer Band voller markanter Bilder der optisch unscheinbarste Musiker. Sein Name sorgte dabei für einen dauerhaften Witz: Obwohl er Beard heißt, trug er im Gegensatz zu seinen Bandkollegen keinen langen Bart. Musikalisch war seine Rolle jedoch keineswegs nebensächlich. Sein Schlagzeug gab den Songs den trockenen, treibenden Puls, der ZZ Top unverwechselbar machte.
Die Band wurde Ende der 1960er-Jahre in Texas gegründet und entwickelte sich von einer Bluesrock-Gruppe zu einer international erfolgreichen Formation. Ihr Stil funktionierte auf kleinen Bühnen ebenso wie in großen Hallen. Die Musik blieb erkennbar, auch als sich Produktion, Mode und Videokultur veränderten.
Warum ZZ Top mehr war als ein Hitprojekt
ZZ Top steht für die seltene Verbindung aus Wiedererkennung und Ausdauer. Riffs, Rhythmus und die Stimmen der Musiker bildeten ein geschlossenes Klangbild. Beard spielte darin nicht als virtuoser Selbstdarsteller, sondern als präziser Motor. Gerade diese Zurückhaltung ist bei vielen langlebigen Bands ein Erfolgsfaktor: Der Rhythmus trägt die Stücke, ohne sich vor die Musik zu schieben.
Für das Publikum bleibt außerdem eine bestimmte Epoche verbunden mit der Band: Musikvideos, Gitarrenriffs und eine Bühnenästhetik, die sofort erkennbar war. Das machte ZZ Top auch für Menschen zugänglich, die nicht regelmäßig Bluesrock hören.
Ein Nachruf mit Blick auf die Musik
Der Tod eines langjährigen Bandmitglieds verändert den Blick auf das Gesamtwerk. Plötzlich wird hörbar, wie viel Verlässlichkeit hinter scheinbar einfachen Songs steckt. Ein Schlagzeuger muss nicht ständig im Vordergrund stehen, um eine Band zu prägen. Er bestimmt Tempo, Spannung und den Raum, in dem Gitarren und Gesang wirken können.
Frank Beard hinterlässt deshalb nicht nur Erinnerungen an Konzerte und Platten. Er hinterlässt einen Rhythmus, der weiterläuft, sobald die Musik beginnt. Auch in Erftstadt wird es Menschen geben, die ZZ Top mit Jugend, ersten Konzertbesuchen oder langen Autofahrten verbinden. Ein guter Nachruf muss nicht laut sein. Manchmal reicht ein Schlagzeugschlag.
